Repetitorien hat es immer gegeben und wird es immer geben. Ein "Kampf gegen die Repetitorien" seitens der Universität ist ebenso aussichtslos wie sinnlos, denn Repetitorien sind ein "aliud": Die Universität hat ein Ausbildungsangebot zu machen, das es erlaubt, bei aktiver Teilnahme innerhalb der Regelstudienzeit das Studium erfolgreich unter Ausnutzung der gesamten Notenskala zu absolvieren. Das ist - unbeschadet selbstverständlich immer bestehender Verbesserungsmöglichkeiten - der Fall. Es kann nicht Aufgabe der Universität sein, im Rahmen eines Crashkurses ein Jahr vor dem Examen den gesamten prüfungsrelevanten Stoff nach Art von Repetitorien erstmalig für Studenten zu vermitteln, welche - aus welchen Gründen auch immer - das kontinuierliche Lehrangebot nicht mit der erforderlichen Intensität wahrgenommen haben.

Wer der Empfehlung von Herrn Wüst (Repetitorium Hemmer) folgt,

 
Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 7.9.1999:

"Was hat so einer denn für eine Lebensqualität, wenn er von Anfang an paukt", raunzt Wüst. Er kannte die Bibliothek bis zum sechsten Semester nicht von innen. Sagt er. "Ich bin in der Zeit 400 000 Kilometer mit dem Motorrad gefahren. Wusste, erst beim Rep geht es richtig los".

 

darf sich anschließend nicht darüber beklagen, die Universität treibe ihn zum Repetitor. Er wird übrigens - abgesehen von den Kosten und dem Verlust an Lebensqualität bei sturer Paukerei - auch kein guter Jurist. Es läßt sich vielleicht eine Klausur, nicht aber das richtige Leben mit der - im übrigen banalen - "Hemmer-Methode" meistern.


Ergo: Man kann zum Repetitor gehen, dort lernt man fraglos auch einiges, man muß es aber nicht.


Die an der Juristischen Fakultät angebotenen Kurse zur Examensvorbereitung sind deshalb in der Tat mit kommerziellen Repetitorien nicht vergleichbar, weil sie auf vorangegangenen Lehrveranstaltungen aufbauen.
Das vorhandene Lehrangebot stellt jedenfalls sicher, daß das Studium auch ohne Besuch eines kommerziellen Repetitoriums erfolgreich bewältigt werden kann.

Das eigentliche Problem ist damit ein psychologisches: Planlosigkeit, Angst und Herdentrieb. Diesem kann man durch Information begegnen:

Strategien und ausführliche Hinweise für eine Studienorganisation einschl. Examensvorbereitung ohne kommerzielle Repetitorien finden sich u.a. bei:

  • Fachschaft JURA der LMU München: Broschüre "Examen ohne Rep" (hervorragend, umfassend und informativ)
  • Universität München - Münchener Examenstraining (Veranstaltungen zur Examensvorbereitung an der LMU München)
  • Universität München - Examinatorium Zivilrecht (Examinatorium Zivilrecht an der LMU München mit Übersichten zum Download)
  • Examen ohne Rep auf juracafe.de
  • Examen ohne Repetitor (mit Lernplan)
  • Examen ohne Rep auf jurawelt.com

  • Aus der reichhaltigen Aufsatzliteratur zu diesem Thema vgl. etwa:
     
     
    Bleckmann/Niehues/EhlertJuS 1995, 25 ff., 33 ff.Examensvorbereitung in der Arbeitsgemeinschaft
    EmdeJURA 1989, 501 f.Muß ich zum Rep? - Gedanken zur Vermeidbarkeit eines  Repetitoriums
    JanssenJURA 1994, 277 ffOhne Repetitor in einem Jahr zum Staatsexamen
    MutterJURA 1994, 446 fOhne Repetitor in einem Jahr zum Staatsexamen (Ergänzung zu Janssen)
    OdendahlJuS 1998, 572 ffExamensvorbereitung ohne Repetitor
    Rollmann,JuS 1998, 206 f.Die Examensvorbereitung
    SchackJuS 1998, 190Studieren ohne Repetitor